Ei…Ei…Ei…

Ostern, frivol und anrüchig, ein Fest wie ich es mag. Man kann ganz ungeniert von Eier ausblasen, dicken Eiern und Eiersuchen sprechen, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn die verklemmten Mitbürger zufälliger Weise mithören. Zudem ist es immer wieder schön, wenn man nach dem Fest stolz erzählen kann, einen Hasen erlegt zu haben ohne den Sonntagsbraten zu meinen. Weihnachten ist dagegen eher schlicht bestückt. Dort gibt es nur einen dicken Sack und eine fette Rute, wie langweilig! Leider ist es ja schon vorbei, aber ich freue mich schon auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt: Eier raus, es ist Ostern.

Alles Neue macht der Mai

Nach dem Eierfest im April folgt der Wonnemonat Mai, den uns Herman Adam von Kamp in seinem gleichnamigen Gedicht von 1818 so wunderschön beschreibt. Da bin ich doch mal gespannt, welche Überraschungen mir der Mai beschert, denn in Sachen Liebe wurde ich dieses Jahr sprichwörtlich bereits in den April geschickt. Um jetzt alles richtig zu machen und voll durchzustarten, habe ich mich mit der besten Schwulen-Versteherin überhaupt meiner Kosmetikerin Josi getroffen. Sie ist meine Muse! Bei einer pflegenden Gesichtsmaske haben wir uns zusammen einen totsicheren Dreipunkteplan ausgetüftelt, bei dem in Sachen Liebe nichts mehr schief gehen kann.

Perfekt vorbereitet

Ganz wichtig sagt sie sei die Outfitveränderung! Sprich, den alten Micha über den Haufen werfen und ihn komplett umkrempeln. Der Trend geht ja immer mehr zum schicken Mann in Anzughose und Hemd à la Prêt-à-porter, was ja passend übersetzt „bereit zum Tragen“ heißt. Und dafür bin ich bin gern bereit Jeans und Shirts abzulegen. Zweitens wäre da die Typenveränderung. Damit sei nicht das Aussehen sondern mein Verhalten gemeint. Das sollte natürlich auch dem neuen Outfit angepasst werden, denn niemand sollte aussehen wie ein Dressman und sich wie ein Zirkusclown verhalten. Obgleich es sicher ordentlich Lacher bringen würde, aber das ist nicht mein Ziel. Der dritte und zugleich schwerste Schritt wäre die Ernsthaftigkeit an der Sache und die Standhaftigkeit. Beim letzteren habe ich ja nie Probleme, aber ich wüsste schon gern, wie lange ich den ganzen Zauber mitmachen müsste. Bekanntlich ist ja der Weg das Ziel. Doch allzu oft wurde ich in der Vergangenheit von den einfacheren Zielen abgelenkt.

Falls also meine Energie für mein Vorhaben schwächeln sollte, kann ich wieder welche auftanken bei der „Energy Night“ am Freitag, 13. Mai, in meinem Lieblingsclub. An diesem Tag kann ich auch gleich testen, ob meine Veränderungen schon Wirkung zeigt. Die Josi kommt auch mit, damit sie eingreifen kann, falls etwas schief geht.

Euer Micha


Unser Micha nimmt Euren Club mal etwas genauer unter die Lupe und schreibt Euch monatlich, welche Neuigkeiten und Kuriositäten ihm so aufgefallen sind.

Michas Kolumne könnt Ihr Euch auch im aktuellen Magazin vom Port01 lesen.

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