Falsch gestöhnt!

In einer Bar lerne ich ihn kennen, einen rassigen Spanier Namens Miguel. Er scheint so Ende 20 oder vielleicht auch schon Anfang 30 zu sein. Es ist nicht wichtig, denn er sieht einfach nur fabelhaft aus. Mein hübscher Südländer hat mittellanges braunes Haar, dunkelbraune Augen und ein strahlendes Lächeln. Durch sein tailliertes weißes Hemd ist ein athletischer Oberkörper zu erkennen. Er ist leicht verschwitzt und seine braungebrannte, samtweiche Haut glitzert. Ein Beau wie er im Buche steht.

Wir tanzen und kommen uns näher. Zum Zerreißen ist die Luft, die wir atmen. Das Verlangen einander zu spüren ist riesig und die Gier auf körperliche Nähe unbeschreiblich. So passiert es, zusammen verlassen wir die Bar. Ich nehme ihn mit und die Vereinigung zwischen Deutschland und Spanien passiert. Ole! Erst wird feurig geknutscht, der Anschluss ist noch heißer. Die Ekstase bringt ihn zum Stöhnen. „Ohhh Chris“!  Stop, Schluss, Aus, Fertig – das war’s! Wer zum Teufel ist Chris?

Andere Länder, andere Sitten

Da liege ich und erschlaffe, nur weil er den falschen Namen gestöhnt hat. Ich lächele verklemmt aber freundlich. Miguel schaut mich schweigend an und tut so als wäre nichts passiert. Dann stammelt er, dass es ihm Leid tue und dass „Ohhh Chris“ sein Ex sei, an den ich ihn erinnere. Unverschämtheit, ich bin einzigartig! Aber die Sache verwirrt mich. Wer stöhnt Namen beim Sex? Ist das ein neuer Fetisch, den man mitmachen muss oder eine Sitte auf der iberischen Halbinsel? Ich muss der Sache auf den Grund gehen. Doch erst mal will ich das hier zu Ende bringen. Zwar nicht mit Würde aber ohne „Chris“!

Selbstversuch

Nachdem ich mich von dem Fauxpas erholt habe, gehe ich aufs Ganze und frage ungeniert bei meinen Freunden nach, was sie denn so in den Schlafzimmern von sich geben, bzw. zu hören bekommen. Von liebevoll-schnulzig bis schmutzig-versaut ist alles drin. Aber niemand stöhnt den Namen seines Partners. So komme ich also nicht herum einen Selbstversuch zu starten. Vier, fünf Dates sind es, bei denen ich es versuche und stöhne was die Schlafzimmerwände hergeben: „Toooobi!“, Daaaavid!“, „Jaaaan!“, „Mirrrko!“
Irgendwie ist es albern und irre anstrengend. Zudem muss man erst mal wissen, wer das im Bett ist. Außerdem sollte man den Namen ja auch in einer angemessenen Tonlage stöhnen und den richtigen Zeitpunkt finden. Doch am schwersten ist es, wenn man einen Menschen mit gleichem Vornamen im Bett hat. Uuuah! Man stöhnt seinen eigenen Namen.

Wollt Ihr das Experiment auch mal ausprobieren? Dann macht Euch auf die Pirsch und lernt den nächsten heißen Typen kennen. Bei der Havanna Club Night im BOYS´n`BEATS am 25. Mai wird sicherlich auch der eine oder andere heiße Südländer dabei sein, der Euch verzaubert und bis zur Ekstase stöhnt…

Ohhhhh Micha!

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