Ich bin schwul und das ist auch gut so

CSD RegenbogenflaggeIch bin in der glücklichen Lage, dass die eigene Homosexualität in meinem Umfeld akzeptiert und fast schon Normalität geworden ist. Mr. Right und ich haben gemeinsame Freunde, meine kleinstädtischen Schwiegereltern scheinen mich zu mögen – zumindest gibt es regelmäßig mein Wunschmittagessen am Wochenende – und selbst die Rentnerinnengang im Treppenhaus grüßen uns immer ganz freundlich, wenn wir zusammen weg gehen. Das kann aber auch an der sehr kommunikativen Art von Mr. Right liegen. Ich persönlich bin ja der Meinung, dass ein muffeliges „Morgen“ sonntags vor 12:00 Uhr absolut ausreichend sein muss.

Mysterium Schwul

Nach wie vor scheint es für manche aber immer noch „faszinierend“ zu sein. Egal ob im Freundeskreis oder unter Kollegen. Beispielsweise ein Gespräch aus der Vergangenheit mit meinem Kollegen. Eine Frage kommt fast immer über kurz oder lang: Nein, ich hatte noch nie was mit einer Frau. Außer drei Kindergartenhochzeiten mit Angela, aber für die Hochzeitsnacht waren wir dann doch zu jung. Nachdem der Punkt dann abgehakt ist, wollte er wissen wie man denn merkt, dass man eigentlich schwul ist. Ich selbst finde die Frage ein bisschen lustig, da eigentlich selbsterklärend. Die Erklärung, dass ich in der Pubertät beim Porno gucken die Männer interessanter als die wippenden drallen Doppel-D-Dinger (eindeutig zuviel Bauer-sucht-Frau-Konsum) fand und der Blick automatisch zu eben diesen wanderte, hat der Kollege gut aufgenommen und wirkte fast schon erleichtert, dass es bei ihm nicht so war/ist. Als ich ihm dann noch erzählte, dass es den Schnecken-Check auch in der Homo-Welt gibt, war seine Neugierde erst einmal gestillt.

Vorteile des Schwulseins

Es gibt aus meiner Sicht viele Vorteile. Einer der wichtigsten: in der Kantine lassen die Kollegen mir den letzten rosa Erdbeerquark mit Zuckerherzen. Außerdem bekommt man erstaunlicherweise einen super Draht zu Frauen und hat so immer was zu reden, was einem schon mal neidische Blicke aus der Männerwelt bescheren kann. Ja, ich gebe zu: Manche Klischees passen bei mir. Genau wie viel zu viel Paar Schuhe und der erstklassige Modegeschmack. ^^ Die weiteren unzähligen Vorteile lasse ich aus Platzgründen jetzt mal weg. Vielleicht später mal. Einzig und allein Homo-Parkplätze am Supermarkt-Eingang wären das Non-Plus-Ultra und fehlen noch.

Kämpfen fürs Schwulsein

Da es aber nicht nur so rosarot wie gerade geschrieben ist, ist es wichtig für die Rechte (und vielleicht auch für die Parkplätze) der Schwulen und Lesben zu kämpfen. Eine gute Gelegenheit um das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, wäre zum Beispiel der CSD in Magdeburg oder die Aftershowparty im „BOYS“. Vielleicht sieht man sich ja – Erkennungszeichen Parkscheibe?!

Euer Frank

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