Max…und die Partnersuche

Als ich vor kurzem nach einem langen, anstrengenden Tag mit der Straßenbahn nach Hause fuhr, kam mir der Gedanke, wie schön es doch sein müsste, wenn ich meine Wohnungstür öffne und mich jemand liebevoll empfängt, mit einem Kuss, einer Umarmung und den Worten: „Schön, dass du wieder da bist, das Abendessen ist schon fertig.“.

Gemeinsam einsam

Mich diesem Gedanken hingebend verpasste ich es beinahe auszusteigen. Nun ist es nicht so, dass ich gänzlich allein in meiner Wohnung bin. Ich werde schon an der Wohnungstür emp-fangen, aber eben ohne Kuss und ohne Umarmung. Das wäre wirklich zu viel verlangt von meinem Mitbewohner Max, der mir nur zu verstehen gibt, Hunger zu haben. Also bleibt mir erst einmal nichts anderes übrig, als die Bedürfnisse meines Katers zu befriedigen und mir anschließend mein Abendessen selber zuzubereiten. Tag für Tag sitze ich abends allein in der Küche und esse. Zweisam statt einsam, das wäre es doch. Der Einsamkeit entrinnen, aber wie!?

Vom Finden und Finden lassen

Eines ist mir klar: Niemand wird an meiner Tür klingeln und sagen: „Ich bin der, den Du suchst.“ Nein, ich bin am Zug: Theater, Kino, im Sommer der See oder das Schwimmbad, die Magdeburger Konsumtempel, Kneipen und Bars – alles Orte voll möglicher Potentiale. Da wird doch auch der Passende für mich dabei sein!? Aber mal ehrlich: Wie hoch ist die Wahr-scheinlichkeit, dass ein Schwuler seinen Partner während eines Konzertbesuches oder gar im Kino trifft? Wenn ich davon ausgehe, dass ca. 10% der Männer schwul sind, dann trifft das rein statistisch auch auf den Anteil der Männer im Theater, im Kino usw. zu. Das wäre ein purer, aber wirklich schöner Zufall. Doch an Zufälle glaube ich schon lange nicht mehr, also scheiden diese Möglichkeiten ganz klar aus. Oder könnt Ihr Euch vorstellen, dass Ihr im Al-lee-Center von einem Mann mit „Du, ich finde dich toll! Wollen wir zusammen einen Kaffee trinken?“ angesprochen werdet? Woher will der wissen, dass ich schwul bin? Ich trage doch kein Schild um den Hals oder habe mir auf die Stirn tätowieren lassen, dass ich einen Partner suche. Also muss es andere Möglichkeiten geben. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als mein Gaydar neu zu justieren und selbst Initiative zu ergreifen.

Die Spielereien

Nun gibt es in Magdeburg nicht sehr viele Möglichkeiten, wo sich die 10% der Männer vom gleichen Ufer geballt aufhalten können, aber es gibt sie. Und auch dort bin ich anzutreffen. Wenn dann noch ein ruhiger Abend incl. Unterhaltung bei gedämpfter Musik und einer lusti-gen Runde „Mensch ärgere dich nicht“ folgt; ja, das ist was für mich, dann bin ich glücklich. Ich hoffe Ihr seid dabei und wir sehen uns zu einer Partie Rommé beim Spieleabend im Boys´n´Beats.

Euer c

Dieser Beitrag wurde unter Kolumne veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Dein Kommentar