Schwule Politik

Was ist denn nun schon wieder los? Es kann nicht wahr sein, dass man nur mit einem einzigen Thema tage-, ja wochenlang in den Medien belästigt wird. Ich spreche von den Dramen, die sich zurzeit in Berlin um die Führung unseres Landes ereignen. Es kann doch wirklich nicht so schwer sein ordentliche Politiker zu finden, die ohne Affären oder Altlasten ihre Amtszeit überstehen. Früher hat es ja auch funktioniert. Ich habe das Gefühl, dass wir in Deutschland nur noch Minister, Abgeordnete und Präsidenten wählen, die so einen Mist verzapfen. Vielleicht wird es Zeit, dass ich mich auf den Weg nach Berlin mache und die Macht übernehme! Denn ich kann von mir behaupten, dass meine Weste sauber ist. Trotzdem gebe ich jetzt schon zu, Mutti steckt mir ab und an noch Geld in die Tasche.


 

Deutschland wählt rosa

Aber so leicht ist das alles nicht, wie ihr euch sicher vorstellen könnt. Ich bin immer noch sehr unschlüssig, welche Partei mich verdient hat. Die Auswahl ist wie beim Kauf eines Pullis in Farbe und Größe riesig. Die Farbskala reicht von rot, gelb, grün bis hin zu schwarz und grau. Ich bin für etwas passend Schwules – Rosa. Es gibt zwar auch in den anderen Parteien homosexuelle Gruppen mit so lustigen Namen wie Schwusos (SPD) oder Schwulis (FDP), dennoch möchte ich mich von den anderen abheben und meine ganz eigene Partei in Rosa haben. Was wir dann vertreten ist natürlich klar: Die Zuwanderung von gutaussehenden Schwulen aus anderen Ländern fördern, um die Verständigung zwischen den Staaten weiter auszubauen, den ersten CSD in Kabul organisieren und den mehr Vergnügungszentren für gelangweilte Gays schaffen. Um hier nur einige Grundsätze aufzuzählen.

Der Superminister

Ich freue mich jetzt schon auf die Schlagzeile in der Zeitung mit den vier großen Lettern. „Deutschland wählt Rosa“. Die Grundlagen sind nun klar. Aber irgendwer muss ja auch die Ziele umsetzen. Und genau da komme ich auf den Plan. Die Steuereinnahmen werden richtig sprudeln, wenn ich erst einmal die Besteuerung für Fremdgeher, die Sonderabgabe für „Rechtsträger“ und das Bußgeld für Kondomverweigerer im Bundestag durchboxe, Kontrolle durch eine befugte Person vorausgesetzt. Das spült sicher so viel Geld in die Kassen, dass die Medien dann berichten: „Bundessuperminister für Wirtschaft, Arbeit und Finanzen hat einen Haushaltsüberschuss erwirtschaftet – die Vollbeschäftigung wird im nächsten Jahr erwartet“.

Aber bis ich den Superministerposten innehabe, werde ich mich schon mal in das Kostüm eines solchen werfen. Wie das aussieht, seht Ihr zur Faschingsparty am 18. Februar im BOYS´n`BEATS. Dort habe ich mit den Scheichs, Königen und den Geistern der anderen Länder eine nächtliche Verabredung. Und als was geht Ihr?

Euer Micha

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